Juni 2020 / Veranstaltung

Hearing „Geschlechtsbezogene Veränderungen der Arbeitswelt durch die technologische Entwicklung: Erkenntnisse, Mythen, Forschungslücken und Gestaltungsspielräume“

Hintergrund

Die fortschreitende Digitalisierung geht mit erheblichen Veränderungen der Arbeitswelt einher. Gleichzeitig werden die Folgen dieser Veränderungen für die Gleichstellung von Frauen und Männern nach wie vor selten in den Blick genommen. Das gilt sowohl für die oft diskutierten Substitutionseffekte der Digitalisierung, als auch für die Auswirkungen auf geschlechtsbezogene Erwerbsmuster, Segregation des Arbeitsmarktes, Einkommen und soziale Sicherung.

Mit der  Expertise  „Substituierungspotenziale von Berufen und die möglichen Folgen für die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt“ (Katharina Dengler/Britta Matthes) liegen aktuelle geschlechterdifferenzierte Zahlen zu Tätigkeiten innerhalb von Berufen vor, die potenziell durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerten Maschinen ersetzbar wären. Die Expertise „Gleichstellungsrelevante Aspekte der Digitalisierung der Arbeitswelt in Deutschland“ (Irene Pimminger/Nadja Bergmann) gibt – unter Bezug auf die im Zweiten Gleichstellungsbericht formulierten Ziele bzw. gleichstellungspolitischen Zielstrukturen - zudem einen Überblick zum aktuellen Stand der Fach- und Forschungsliteratur im Feld Digitalisierung und Arbeit.

In beiden Expertisen wird betont, dass die arbeitsmarktbezogenen und sozialen Konsequenzen der Digitalisierung keineswegs zwingend sind und auch nicht nur von den technologischen Möglichkeiten abhängen, sondern einer Vielzahl ökonomischer, sozialer und arbeitspolitischer Faktoren.

Das Hearing dient dazu vertiefende Fragen zu den Expertisen zu stellen und weitere gleichstellungsrelevante Risiken und Chancen der beschäftigungs- und arbeitsmarktbezogenen Veränderungen der Digitalisierung aufzuzeigen. Vor allem aber sollen Handlungsempfehlungen diskutiert werden, die eine gleichstellungsorientiere Gestaltung der Veränderungen in der Arbeitswelt unterstützen.

 

Als Expert*innen sind eingeladen:

Dr. Britta Matthes (IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung)

Dr. Irene Pimminger (defacto)

Nadja Bergmann (L&R Sozialforschung)

Dr. Edelgard Kutzner (sfs Sozialforschungsstelle)