Februar 2020 / Veranstaltung

Hearing „Feministische Wissensbestände – lernen aus der Vergangenheit“

Hintergrund

Ende der 1970er, Anfang der 1980er kommen die ersten Heim- und Personal Computer auf den Markt, die es auch Privatpersonen und kleineren Firmen ermöglichen, Teil der „digitalen Revolution“ zu werden. Computer halten Einzug in den menschlichen Alltag. Die breitere systematische Ausbildung an Fachkräften für die Datenverarbeitung ist zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als einem Jahrzehnt im Gange und wird stetig ausgebaut. Während in Westdeutschland die Einschreibungen von Frauen in Informatik-Studiengänge in den 1980er Jahren kontinuierlich stagnieren und erst Ende der 1990er wieder auf ca. 14% ansteigen, ist das Geschlechterverhältnis zum Ende der DDR hier relativ ausgewogen. Doch der „Planwirtschaftsfeminismus“ der DDR bleibt wenig nachhaltig. Ebenso hat der „Graswurzelfeminismus“ des Westens bis heute nur wenige Teilerfolge gezeitigt und die selbst gesteckten Ziele lange nicht erreicht. Die Tech-Welt und ihre Gestaltung ist nach wie vor eine von Männern dominierte.

Im Hearing werden die Ergebnisse der im Rahmen des Dritten Gleichstellungsberichtes erstellten Expertise zu feministischen Wissensbeständen im Bereich Computerisierung und Frauenarbeitsplätze aus den 1980er bis nuller Jahren vorgestellt. Dort ausgelassene Spezifika ostdeutscher Wissensbestände in diesem Themenfeld werden für die Diskussion ergänzt. Rückblick und Bilanz sowie neue Sichtweisen auf das Thema werden dann in Bezug auf heute umzusetzende gleichstellungspolitische Ziele vertieft diskutiert. Ziel ist es, mit den Handlungsempfehlungen des Dritten Gleichstellungsberichts zum einen nicht alte Fehler zu wiederholen sowie zum anderen gute in Vergessenheit gerate Ansätze wieder aufzugreifen und Empfehlungen für eine strukturelle Umsetzung abzugeben.

 

Als Expert*innen sind eingeladen:

Dr. Sandra Buchmüller (TU Braunschweig)

Dr. Judith C. Enders (Alice Salomon Hochschule Berlin)

Amanda Groschke (Alice Salomon Hochschule Berlin)

Dr. Bärbel Mauß (ZIFG TU Berlin)

Deborah Oliveira (Zentrum Gender Studies der Universität Basel)

Dr. des. Gertrud Schrader (Leibniz Uni Hannover)

Prof. Barbara Schwarze (Hochschule Osnabrück)

Dr. Anke Woschech (TU Dresden)

 

Hier geht es zum Bericht zum Hearing.