Reaktionen zum Gutachten

03.05.2021, Dr. Johanna Wenckebach, Hugo Sinzheimer Institut in der Hans-Böck­ler-Stif­tung: Schriftliche Stellungnahme zum Recht auf Mobiles Arbeiten, Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales

„Ein gesetzlich geregelter, individueller Anspruch bietet beiden Seiten des Arbeitsvertrags, aber auch den Betriebsparteien einen klaren Kompass. […] Mögliche Ablehnungsgründe sollten im Gesetz explizit genannt werden. Sinnvoll ist es, analog zur Elternzeit für die Ablehnung dringende betriebliche Gründe zu verlangen, wenn der Wunsch nach mobiler Arbeit einerseits aus dringenden Gründen herrührt. Diesen Vorschlag macht die Kommission 3. Gleichstellungsbericht in ihrer Stellungnahme (dort S. 6) und verweist auf Sorgepflichten gegenüber Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen.“

Link zur Stellungnahme: https://www.bundestag.de/resource/blob/838460/d47cf8ace691ab06abf5c7f6cd1c21d0/19-11-1073-SN-ESV-Wenckebach-data.pdf

 

24.03.2021, Deutscher Juristinnenbund, Pressemitteilung: „Anhörung des Digitalausschusses im Bundestag: djb fordert entschiedene Maßnahmen gegen digitale Gewalt“

„Bei beiden rechtlichen Vorstößen geht es um wichtige Neuerungen, wie sie vom djb und anderen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen schon lange gefordert werden. Allerdings sieht der djb die Notwendigkeit der Präzisierung und weitergehender Maßnahmen. So ist es zwar erfreulich, wenn eine Transparenzpflicht den Austausch zwischen Wissenschaft und Plattformen befördern und zu mehr Datenauswertungen führen soll. Es ist aber zu befürchten, dass die Plattformen ohne entsprechende Berichtspflichten nur wenige oder gar keine Daten offenlegen. Auch wäre die Pflicht der Plattformen zur Offenlegung von Algorithmen, mit deren Hilfe automatisiert unzulässige Inhalte aufgespürt werden, ein wichtiger Fortschritt. Da aber Algorithmen mit vorhandenen Daten ‚trainiert‘ werden, die in der Regel eine strukturelle Benachteiligung von Frauen enthalten, muss der dadurch entstehenden Potenzierung von Diskriminierung entgegengewirkt werden. Der djb sieht sich bei diesen Einschätzungen durch das neue Gutachten für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung bestätigt.“

Gesamte Pressemitteilung: https://www.djb.de/presse/pressemitteilungen/detail/pm21-09

 

09.02.2021, Gesellschaft für Informatik, Stellungnahme zum Gutachten

„Der Anteil der Studienanfängerinnen in Informatik und informatiknahen Fächern steigt nur zögerlich an und der Anteil von Professorinnen und weiblichen IT-Fachkräften in Unternehmen ist gering. Dieses Ungleichgewicht hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht eklatant verbessert und es braucht daher umfassende Bemühungen, um interessierten Frauen und nicht-binären Personen einen gleichberechtigten und positiven Zugang zur Informatik zu ermöglichen und Modelle für den Verbleib in der Disziplin umzusetzen.“

Gesamte Stellungnahme: https://gi.de/fileadmin/GI/Allgemein/PDF/Stellungnahme_Dritter_Gleichstellungsbericht.pdf

 

01.02.2021, Heide Oestreich, Gunda-Werner-Institut: „Gute Nacht, Ms Haraway“

„Der dritte Gleichstellungsbericht zur Digitalwirtschaft ist gut – und er zeigt, was passiert, wenn die Bundesregierung seit 20 Jahren nicht tut, wozu sie sich verpflichtet hat. [...]

Das gerade veröffentlichte Gutachten zum dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung hat sich die Herrschaft der Algorithmen vorgenommen – und nicht nur die: Was macht die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft mit den Geschlechtern, fragen die Wissenschaftler*innen der Sachverständigenkommission. Und kommen zu Ergebnissen, die Donna Haraway nicht erfreuen können.“

Gesamter Artikel:

https://www.gwi-boell.de/de/2021/02/01/gute-nacht-ms-haraway

 

29.01.2021, Ver.di zur Übergabe des Gutachtens zum dritten Gleichstellungsbericht

„Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende: ‚Damit liegen endlich umfangreiche Erkenntnisse zu den Folgen des digitalen Wandels speziell für Frauen vor. Jetzt gilt es, diesen Wandel so zu gestalten, dass Frauen nicht ins Hintertreffen geraten. Klar ist schon jetzt, dass Frauen mehr und bessere Weiterbildungsangebote brauchen.

Unser Anspruch geht aber viel weiter: Neben der Sicherung von Beschäftigung müssen Qualifizierungsoffensiven bewirken, dass Frauen Aussichten auf bessere – und besser bezahlte – digitale Beschäftigungsverhältnisse erhalten. Arbeitgeber und politisch Verantwortliche sind gefragt, dafür spezifische Weiterbildungsprogramme gezielt für Frauen aufzulegen und zu fördern.‘“

Gesamter Artikel: https://frauen.verdi.de/themen/gleichstellung/++co++eff21346-607b-11eb-b546-001a4a160119

 

27.01.2021, Patricia Hecht, taz: „Fix the company“

„‚Die Digitalisierung öffnet ein Gelegenheitsfenster, herrschende Geschlechterverhältnisse sichtbar zu machen, Rollenzuschreibungen zu hinterfragen und Machtverhältnisse neu zu verhandeln‘, schreibt die Vorsitzende Aysel Yollu-Tok. Damit diese Gelegenheit aber genutzt werden kann, müssten drei Voraussetzungen erfüllt sein: ein geschlechtergerechter Zugang zu Ressourcen, eine geschlechtergerechte Nutzung digitaler Technologie und eine geschlechtergerechte Gestaltung des digitalen Transformationsprozesses.“

Gesamter Artikel: https://taz.de/Dritter-Gleichstellungsbericht/!5743308/

 

26.01.2021, Deutscher Frauenrat, Pressemitteilung: „3. Gleichstellungsbericht: Digitale Teilhabe von Frauen sicherstellen“

„‚Das Gutachten zeigt: Bei der Gestaltung der digital vernetzten Welt müssen nicht nur die technologische Perspektive, sondern auch die gesellschaftlich-kulturellen Aspekte der digitalen Transformation in den Blick genommen werden – besonders vor dem Hintergrund der Chancengleichheit. Beispielsweise werden sich frauendominierte Berufszweige wie der Einzelhandel oder die Buchhaltung in Zukunft zunehmend durch Digitalisierung verändern. „Frauen in die digitale Agenda“ muss als Querschnittsaufgabe aller Politikfelder angegangen werden‘, ergänzt Maren Heltsche, Sonderbeauftragte des Vorstands des Deutschen Frauenrats für Digitalisierung.“

Gesamte Pressemitteilung:

https://www.frauenrat.de/3-gleichstellungsbericht-digitale-teilhabe-von-frauen-sicherstellen/