Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung

Sehr geehrte Interessierte am Dritten Gleichstellungsbericht,

wir starten in unsere letzte Projektphase und begleiten Sie/euch auch weiterhin mit spannenden News rund um die Themen Digitalisierung und Gleichstellung. Den Überblick über das Gutachten zum Dritten Gleichstellungsbericht und all seine Kapitel haben wir im vergangenen Newsletter abgeschlossen, doch die Geschäftsstelle hat noch die ein oder andere Veröffentlichung in der Pipeline. Diese werden wir unter der Rubrik „Themenfokus“ regelmäßig vorstellen. So gibt es in dieser Sommer-Ausgabe z.B. einen Einblick in unser neustes Themenblatt, das sich insbesondere an Gleichstellungsbeauftragte auf kommunaler Ebene richtet. Das Themenblatt zeigt auf, welche Weichenstellungen in den Kommunen notwendig sind, um die Digitalisierung in eine gleichstellungsförderliche Richtung zu lenken. Ein paar Tipps zur weiteren Lektüre und zum Anschauen zum Thema haben wir auch zusammengestellt.

Unter „Aktuelles“ gibt es dieses Mal einen Hinweis auf die Themen der 32. GFMK (Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder), die Bezug zum Gleichstellungsbericht haben. Abschließend gibt es wie immer Hinweise auf vergangene und Ankündigungen zukünftiger Veranstaltungen, die spannend für Sie sein könnten.

Wir wünschen eine erkenntnisreiche Lektüre!

Inhalt dieser Ausgabe

Aktuelles: GFMK

Themenfokus: Digitale Kommunen | Tipps zum Thema (Lesen, Sehen)

Eindrücke aus der Arbeit der Geschäftsstelle und der Kommission: Vergangene und kommende Veranstaltungen

Aktuelles

GFMK nimmt vielfach Bezug auf Dritten Gleichstellungsbericht

Die 32. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK), die am 30. Juni und 1. Juli in Hamburg stattfand, unterstrich die Ergebnisse des Dritten Gleichstellungsberichts und unterstützte seine Handlungsempfehlungen. Unter anderem wurde über folgende digitalisierungsbezogene Themen gesprochen: Filter, Schönheitsideale und Klischees in Sozialen Medien; Gender Data Gap; Frauen in der Digitalbranche; Gründerinnen im IT-Bereich; Geschlechtergerechte und teilhabeorientierte Technikgestaltung; Digitale Gewalt und Diskriminierung im digitalen Raum und mangelnde Sichtbarkeit von Frauen im digitalen Raum am Beispiel von Wikipedia. Die Gesamtheit der Beschlüsse der Konferenz ist auf der GFMK-Homepage einzusehen.

Einen Überblick über weitere Reaktionen auf und Resonanz zum Dritten Gleichstellungsberichts gibt es auf der Website der Geschäftsstelle.

Themenfokus

Digitale Kommunen

Ob Smart City oder Digitalisierung im ländlichen Raum: In ganz Deutschland nutzen Städte, Gemeinden und Kommunen digitale Technologien, um zentrale Aufgaben wie z. B. Energieversorgung, Mobilität und Verwaltung zu verbessern. Durch die Digitalisierungsprozesse gerät vieles in Bewegung und es besteht die Chance, neue Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sie zu mehr Geschlechtergerechtigkeit führen. Dafür müssen die beiden Querschnittsaufgaben Digitalisierung und Gleichstellung von Anfang an verschränkt gedacht und realisiert werden. Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sind dabei ein wesentlicher Motor für die Entwicklung der Geschlechterverhältnisse – und für die geschlechtergerechte Digitalisierung. Sie müssen sich den Herausforderungen der Digitalisierung in besonderer Weise stellen. Welche das für Kommunen sind und was für die Kommunen an Chancen und Risiken in den neuen Technologien drin steckt, darauf gehen wir in unserem aktuellen Themenblatt Nr. 14 – Digitale Kommunen ein.  

Wie immer ist die Frage der paritätischen Beteiligung von Frauen in Gremien, die über Sachfragen entscheiden, ein Knackpunkt. Wie Serviceangebote für Bürger*innen und interne Arbeitsprozesse der Verwaltung digitalisiert werden, sollte partizipativ mit und durch Frauen gestaltet werden. Die Mitsprache bei kommunalen Digitalisierungsstrategien spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn Kommunen stellen wichtige Leistungen, auf die Bürger*innen angewiesen sind immer mehr auch digital bereit. Bei der Entwicklung der digitalen Programme und Tools, mit denen Bürger*innen zukünftig Zugriff auf Verwaltungsleistungen von Kommunen haben, sollten daher von Anfang an die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Alter, Sprachkenntnissen usw. berücksichtigt werden.

Wie immer ist neben der Frage des Zugangs zu Entscheidungsmacht natürlich auch die Frage des Zugangs zu finanziellen Ressourcen – wie beispielsweise zur kommunalen Wirtschaftsförderung –entscheidend dafür, wie und für wen die Digitalisierung welche Auswirkungen haben wird. Für den ländlichen Raum ist dies eine zentrales Zukunftsthema, insbesondere wenn es um Gründungen geht. Auch Gemeinden können aktiv werden und ihre Instrumente kommunaler Wirtschaftsförderung nutzen, um weibliche Selbstständigkeit in digitalisierten Arbeitsfeldern zu fördern. Dies kann beispielsweise durch Infrastrukturkonzepte wie die Förderung von Co-Working Spaces mit Betreuungsinfrastruktur geschehen.

Neben Möglichkeiten für Weichenstellungen hin zu mehr Gleichstellung in den Kommunen insgesamt, bringt die Digitalisierung der Verwaltung auch Herausforderungen für die interne Struktur kommunaler Verwaltung mit sich. Spätestens seit der Pandemie hat das Mobile Arbeiten auch in der kommunalen Verwaltung einen Schub erhalten. Insbesondere Gleichstellungsbeauftragte sollten einen Blick auf die damit verbundenen teilweise geschlechtsspezifischen Chancen und Risiken haben und sich für entsprechende Regelungen in Dienstvereinbarungen einsetzen (die Sachverständigenkommission positionierte sich positiv zu einem Anspruch auf Mobile Arbeite und erläuterte in ihrer Positionierung die notwendigen gesetzlichen Flankierungen, um diesen gleichstellungsorientiert umzusetzen).

Die Digitalisierung der Verwaltung bringt auch neue Anforderungen an die Kompetenzen der Verwaltungsangestellten mit sich. Es ist wichtig, dass diese Kompetenzen auch finanziell anerkannt und in Fortbildungen vermittelt werden. Häufig wird in solchen Tätigkeitsbereichen von den - meist weiblichen - Beschäftigten erwartet, dass sie sich entsprechende Kompetenzen selbst aneignen. Zugleich zeigt die Statistik, dass nach wie vor Männer häufiger an Weiterbildungen teilnehmen als Frauen. Bei Weiterbildungsangeboten zum weiten Feld der digitalisierungsbezogenen Kompetenzen sollte besonders darauf geachtet werden, dass diese für unterschiedliche Personengruppen – z.B. mit und ohne Sorgeverpflichtung  - gleichermaßen zugänglich und attraktiv gemacht werden.

Last but not least geht das Themenblatt auf das Gleichstellungsdauerthema geschlechtsspezifische Gewalt ein. Im Kontext von Digitalisierung und digitaler Gewalt sind hier Kommunen als Arbeitsgeberin beim Beschäftigtenschutz in der Verantwortung.

 

Zum Weiterlesen: Themenblatt 14 – Digitale Kommunen

Tipps zum Thema (Lesen, Sehen)

Lesen:

Sehen:

  • Die 26. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BAG) des letzten Jahres setzte sich unter dem Titel „Gleichstellung digital – Grenzen überschreiten – Horizonte öffnen“ in mehreren Foren mit der Überschneidung von Gleichstellung und Digitalisierung auseinander. Die Vorträge z.B. von Prof. Dr. Jutta Allmendinger („Holzauge sei wachsam: Digitalisierung, Erwerbsbeteiligung und Karrierechancen von Frauen“) und Diskussionsforen mit Themen wie „Gender in algorithmischen Systemen: Chancen erkennen – Risiken minimieren“ oder „Beleidigung, Hass und Herabsetzung im Netz. Wie umgehen mit Hate Speech und Online-Gewalt?“ können als Videoaufnahmen auf der Konferenzwebsite nachgeschaut werden.

Einblick in die Arbeit der Geschäftsstelle und der Kommission

Ausgewählte vergangene und kommende Veranstaltungen

Die Sachverständigen und die Geschäftsstelle stellen die Inhalte des Gutachtens bei verschiedensten Konferenzen, Tagungen und Sitzungen vor.

Auf unserer Homepage finden sie einen Überblick über die vergangenen und bisher geplanten Veranstaltungen. Wenn Sie selbst eine Veranstaltung planen, können Sie sich gern mit entsprechenden Anfragen für Vorträge per Email an uns wenden.

Momentan macht sich das Sommerloch bemerkbar, doch wir möchten schon einmal einige spannende Veranstaltungen im September ankündigen, die niemand verpassen sollte :

  • Das Harriet Taylor Mill Institut greift im September mehrfach Themen aus dem Dritten Gleichstellungsbericht auf: Unter Beteiligung der Kommissionsvorsitzenden Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok findet am 14. September die online-Veranstaltung „Einsatz digitaler Technologien im HR Bereich – Chancen und Barrieren für Diversität und Geschlechtergerechtigkeit“ statt. Eine knappe Woche später, am 20. September wird dann im Format „Politischer Talk“ der Dritte Gleichstellungsbericht insgesamt diskutiert. Mit dabei sind auch Daniela Kluckert (Parlamentarische Staatssekretärin Bundesministerium für Digitales und Verkehr) und Lisi Maier (Co-Direktorin Bundestiftung für Gleichstellung). Anmeldung jeweils über die Veranstaltungsseiten.
  • Ebenfalls schon in den Kalender sollte die labor.a 2022, die am 21. September stattfindet. Die von der Hans-Böckler-Stiftung organisierte Konferenz befasst sich unter dem Titel „Gute Arbeit in der Transformation“ mit vielen Themen mit Gleichstellungsberichtbezug. Das Panel „Wann, wenn nicht jetzt: Digitalisierung als Gelegenheitsfenster für mehr Entgeltgleichheit nutzen“ wird von der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund durchgeführt. Das gesamte Programm sowie die Anmeldung läuft über die Homepage der Hans-Böckler-Stiftung.

Ihre Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht

Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung
Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V.

Postfach 50 01 51,
D-60391 Frankfurt a. M.

Website: dritter-gleichstellungsbericht.de

Twitter: @gleichgerecht

Mastodon: @gleichgerecht@mstdn.social

Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik – Gemeinnütziger e. V.

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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